German Open Ju-Jutsu 2017

Bronze für Etienne Jäger – Platz 5 für Vincent Gaebel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein tolles Wochenende! Zwei Tage Wettkampf in drei Disziplinen. Über 650 internationale Kampfsportler bei den German Open am 30.9./1.10.2017 in Gelsenkirchen.

Am Samstag starteten auch unsere Vereinsmitglieder Vincent Gaebel und Etienne Jäger.

In Etiennes Gruppe der „Senioren“ bis 69 Kg waren 13 Wettkämpfer aus 7 Nationen am Start.

Nach einem überraschend problemlosen Sieg aufgrund Nichterscheinens seines italienischen Kontrahenten (Originalkommentar Etienne: „ Ich habe ihn heimlich in der Toilette eingesperrt…“) gab es für ihn in der zweiten Runde einen Kaltstart gegen den Favoriten Dimitrii Beshenetc aus Russland.

Hier durfte Etienne seinen Erfahrungsschatz erheblich erweitern. Sein Gegner ist einer von zwei russischen Athleten, die seit Jahren unangefochten und mit großem Abstand die Spitze der Weltrangliste dieser Gewichtsklasse anführen. Sein Gegner nutzte den Kampf, um sich locker ein bisschen warm zu machen und ließ Etienne nicht den Hauch einer Chance. Trotz guter Leistung war es Etienne nicht möglich, auch nur einen einzigen Punkt gegen den Russen zu erkämpfen – 11:0 stand es am Ende. Aber immerhin ging der Kampf über die volle Distanz, was den beiden französischen Gegnern, die der Russe in Runde 1 und im Finale abfertigte, nicht gelingen konnte. Lediglich die deutsche Nr. 1 Jaschar Salmanow aus Zeitz konnte das Halbfinale gegen den Russen ein bisschen offener gestalten, unterlag aber ebenfalls sehr deutlich mit 3:8.

Etienne nahm es mit Humor und sportlicher Gelassenheit, in der Trostrunde war ja schließlich noch Bronze drin. Der nächste Gegner wiederum hatte gegen Etienne keine Chance. Der Berliner Christopher Genz musste nach Etiennes fulminanter Kampferöffnung in Part 1 (Schlag- und Tritttechniken), Schulterwurf und Haltetechnik schon nach 59 Sekunden die Segel streichen. Dieser Kampf könnte glatt als Muster für den Ablauf eines Wettstreits im Ju-Jutsu-Fighting Verwendung finden. Der Kampfrichter musste den Kampf nicht ein einziges Mal unterbrechen.

Im folgenden Fight ging es bereits um den Einzug ins kleine Finale. Hier traf er auf seinen Bundeskader-Teamkollegen Jakob Bachmann aus Brandenburg, gegen den ihm bisher noch kein Sieg gelungen war. Heute jedoch konnte Etienne nach einem starken Auftakt, in dem er sich eine kleine Führung erarbeitete, den Sieg taktisch klug und unter Ausspielung seiner Stärken – vor allem im Bodenkampf – mit 12:7 für sich verbuchen.

   

Jetzt ging es um Bronze gegen einen alten Bekannten, Etiennes Trainingspartner, ehemaligen Bundeskaderkollegen und inzwischen sogar befreundeten Wiesbadener Rosario Gandolfo vom TuS Dotzheim. Obwohl die beiden Kontrahenten die jeweiligen Stärken und Schwächen ihres Gegners aus unzähligen Trainingseinheiten gut kennen, ging es ohne Vorgeplänkel gleich richtig zur Sache und es entwickelte sich ein spannender Schlagabtausch.

 

 

 

 

 

 

Am Ende hatte Etienne knapp mit 12:9 die Nase vorn und konnte sich somit nach seinem Sieg bei den Deutschen Meisterschaften bereits über den zweiten Erfolg bei seiner zweiten Turnierteilnahme in seiner neuen Altersklasse freuen. Schon jetzt ist 2017 ein sehr erfolgreiches Wettkampfjahr für ihn –  Herzlichen Glückwunsch!

Echter Sportsgeist: Sieger und Verlierer freuen sich gemeinsam.

Vincent Gaebel startete am Nachmittag in seiner Gruppe der U21 / – 77 Kg. Elf Teilnehmer aus vier Nationen waren am Start.

Im ersten Kampf gegen einen Dänen ging es hin und her. Zuerst konnte sich Vincent durch seine Schnelligkeit einen Vorsprung erkämpfen. Dann kam der Däne besser in den Kampf und konnte mit 7:4 an Vincent vorbei ziehen. Bei einem blitzschnellen Angriff gelang Vincent dann aber ein Schulterwurf und nach einem kurzen Bodenkampf konnte er den Dänen in den Haltegriff nehmen – Full Ippon-Sieg in der letzten Minute!

   

Ebenfalls gut lief es im zweiten Kampf gegen den Gegner aus Osnabrück. Nach ausgeglichenem Auftakt zeigte sich Vincent aufmerksamer als sein Gegner. Zu Beginn der letzten Minute konnte Vincent ihn mit einem schönen Fußfeger zu Fall bringen und sofort in den Haltegriff nehmen. Keine Chance mehr für den Osnabrücker und eine klare Führung für Vincent. Jetzt fehlte nur noch ein sauberer Schlag oder Tritt für den zweiten Full-Ippon-Sieg – und tatsächlich – gleich mit dem ersten Angriff konnte er den Sieg klar machen. Ein sauberer Kampf und ein verdienter Sieg!

Im Halbfinale musste er dann allerdings – wie schon bei den Deutschen Meisterschaften – die Überlegenheit des Bundeskaderkämpfers Fridolin Vach vom 1.JJV Bernau anerkennen. Schon am Ende der ersten Minute war es ein großartiger Angriff, mit dem der Deutsche Meister Vincent überlisten und anschließend in den Haltegriff nehmen konnte. Damit ging es für Vincent direkt ins kleine Finale, in dem ein weiterer Däne als Gegner wartete.

Die beiden Kontrahenten lieferten sich zunächst einen ausgeglichenen Kampf. Keiner konnte sich einen größeren Vorsprung erkämpfen. Kurz vor Schluss stand es 5:4 für den Dänen. Vincent gab noch einmal alles, aber 4 Sekunden vor Ende der Kampfzeit konnte der Däne einen Angriff kontern und Vincent schultern – der Full-Ippon-Sieg quasi mit der Schlusssekunde. Das war zwar etwas ärgerlich, denn mit ein bisschen Glück wäre auch für Vincent Bronze drin gewesen, mit Platz 5 bei seiner ersten Teilnahme an den German Open kann er aber dennoch sehr zufrieden sein.

Vincent, Etienne und Annika, die leider verletzungsbedingt noch pausieren musste.